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Bombiges Gedenken
Von Waldemar Pabst | 13.Februar 2012
67 Jahre ist das Kriegsende her und mit der Zeit hat man in Deutschland durchaus gelernt, mit Erinnerung und Bewertung einigermaßen nachdenklich und würdig umzugehen. Fast in ganz Deutschland, denn im südlichen Osten der Berliner Republik gibt es einen Flecken, der sehr hartnäckig seine ganz eigene Erinnerungskultur, wie es neudeutsch so schön heißt, pflegt. Dresden.
Das Grauen, das die Stadt in jenen Februartagen und Nächten 1945 traf, ragte sicher selbst aus den Schrecken des Bombenkrieges heraus. Dennoch ist der Umgang damit außergewöhnlich. Den Grundstein dazu legte niemand anders als Dr. Joseph Goebbels. Der nämlich, mitten im endgültigen militärischen Zusammenbruch des Nazireiches, der nun für jeden sichtbar war, brauchte keine Rücksicht mehr auf Schwächeeingeständnisse zu nehmen und wechselte die Propagandalinie vollständig. Statt Beschönigung der Schäden versuchte er es in letzter Stunde mit Anklage, wo doch die Deutschen nach sechs Jahren von ihnen geführtem Vernichtungskrieg kein Mitleid, geschweige denn Erbarmen mehr erwarten konnten. Im Chaos der ausgebrannten Stadt voller Leichen war es auch für den neutralen Beobachter schwer nachzuvollziehen, welche Verlustzahlen sich ergeben hatten, weshalb die goebbelsche Vorgabe, die sich wahrscheinlich aus einer schlichten Verzehnfachung der geschätzten Verluste ergab, von 250.000 Toten sich in der Welt verbreitete und verschiedenste sechsstellige Versionen von da an ihren Weg nahmen, als wäre das Entsetzliche nicht groß genug gewesen.
Nach den Nazis bemächtigte sich die rote Diktatur der Linkspartei, Pardon, da hieß sie noch SED, der Opfer. Der kalte Krieg begann und da passte es doch trefflich, dass es die Westalliierten waren, die die Angriffe flogen, während die glorreiche Rote Armee die Stadt doch auch so befreit hätte. Sogar Goebbels Verlustzahlen erwiesen sich als recht praktisch. Das alljährliche Gedenken begann. Während man in Hamburg, der schlimmsten in Deutschland vom Bombenkrieg betroffenen Stadt sich still der Toten erinnerte, Hans Brunswig ihnen ein lakonisch sachliches Denkmal in Form eines außergewöhnlichen detailreichen Buches setzte, wurde Dresden zum lärmenden Propagandaobjekt der zweiten deutschen Diktatur, die in der Formulierung von “anglo-amerikanischen Luftgangstern” gipfelte, die sich wörtlich an die Nazipropaganda anschloss. Erneut wurde der Opfer nicht wirklich gedacht, sondern sie instrumentalisiert. Gleichfalls begannen die emotional geführten Diskussionen über die Opferzahlen und die Frage, ob es sich gar um ein alliiertes Kriegsverbrechen handelte. Bücherwände sind darüber geschrieben worden, hier sei kurz erwähnt, dass alle Mächte des Krieges gelehrige Schüler des Italieners Douhet waren, der in der Zwischenkriegszeit die Auffassung vertrat, dass ein vernichtender Luftkrieg künftige Kriege entscheiden würde. Der Rest ist die Eigendynamik des Krieges und den begannen die Deutschen, ebenso den Terrorkrieg aus der Luft. Wieluń, Warschau, Belgrad. Der verheerendste Luftangriff in Europa für die Zivilbevölkerung mit wohl 50.000 Opfern wurde von Deutschen am Vorabend der Schlacht auf Stalingrad geflogen, militärisch nicht nur sinnlos, sondern kontraproduktiv, die Trümmer behinderten die Eroberung der Stadt und trugen auf ihre Weise zum Desaster bei. Eine müßige Diskussion, die aber, da von Links geführt, um so ungenierter möglich war und nunmehr alle Fragen, die sich zu Dresden ergaben, zum ideologischen Kampfmittel machten. War es nötig, die Stadt noch anzugreifen, war sie ein militärisch legitimes Ziel, sollten die Russen nur eingeschüchtert werden, die leidigen Opferzahlen und irgendwann kamen auch die Tiefflieger dazu. Je nach politischem Standort wurden die Antworten benutzt, die SED Propaganda übrigens leistete perfekte Vorarbeit für verbitterte Alt- und heutige Neunazis. Erst in den 80ern begannen oppositionelle Kirchenkreise die Opfer wieder zu entdecken und still an diese zu erinnern. Damit gab es schon zwei parallele Veranstaltungen.
Wer glaubte, mit der Wende würde die Propaganda weichen und eine ehrliche Auseinandersetzung beginnen, hatte sich getäuscht. Nun ging es erst richtig los. Der jetzt mögliche nüchterne Versuch der Militärhistoriker, die offenen Fragen zu klären, kam in den Kampf der Ideologen. Während die Linken nun herunterrechnen wollten, übernahm Rechts das alte Propagandabild, jede Erkenntnis wurde je nach Nützlichkeit zum politischen Streitfall. Ob es nun Tieffliegerangriffe gab oder hier zufällig nicht, ist im Falle Dresden nicht eine Frage der Kriegsgeschichte, die zur Bewertung der Angriffe ohnehin völlig bedeutungslos ist, sondern Glaubensfrage. Die Opfer bleiben politisches Kampfmittel.
Indessen war es dann nur eine Frage der Zeit, bis sich die Neonazis des Themas bemächtigten, back to the roots mit der 1:1 Übernahme der Goebbelspropaganda, die dank SED die Jahrzehnte überdauerte; ihr auf dem Fuße folgend die Antifa, für die nun die Bombenopfer feindliche Tote wurden und mitten drin die offizielle Stadt und die Kirchen mit einem Veranstaltungsgemischtwarenladen, der sprachlos macht. So hat sie sich ritualisiert: Die Dresdner Gedenktriade:
In der Stadt wird an jeder Ecke mit ernster Miene das “nie wieder” zelebriert, wobei die Frage, was denn nun “nie wieder”, die Nazis oder der Krieg, besser nicht so genau beleuchtet werden dürfte, verhakte man sich doch dabei in der Erkenntnis, dass nur der Krieg die Nazis zu besiegen vermochte, was dem Predigen des pazifistischen Weltbilds abträglich wäre, weshalb zu vermuten ist, dass man sehr schnell sich auf diesen Veranstaltungen mit Erbaulicherem befassen wird, Afghanistan zum Beispiel oder wie man den bombenbastelnden Iran ganz friedensbewegt davor schützen könnte, dass die bösen Juden ihn militärisch am Fertigstellen hindern. Zum Fall Dresden verlieren sich zwar die Zusammenhänge, aber die Engländer kommen ja auch nicht mehr nachts vorbei, zumal über Ökodeutschland heutzutage ohnehin das Nachtflugverbot gilt.
Die Neonazis marschieren auf, nirgends sonst bekommen sie dank Antifa eine solche Publizität.
Und die Antifa macht mobil. Linke Antidemokraten im Verbund mit SPD und Gewerkschaften bemächtigen sich ihrerseits der Straße, vorgeblich um gegen die Nazis zu demonstrieren, tatsächlich aber, um zu versuchen, denen den Weg zu verlegen, was gegen das Demonstrationsrecht ist und die Polizei zwingt, den Nazis die Route frei zu halten und sich entsprechende Auseinandersetzungen mit der Antifa zu liefern, die ihren Hass auf Rechtsstaat und Polizei damit ausleben können und dabei sich das tolle Gefühl einreden, den Nazis Widerstand zu leisten. Das alles hat mit dem Anlass nichts mehr zu tun.
In der Tat, Dresden ist ein Sonderfall. 67 Jahre sind die Bombenopfer als Spielball von allen möglichen politischen Richtungen benutzt worden. Nichts gibt dazu Hoffnung, dass es sich je ändern könnte. Gebt ihnen Ruhe. An den Schluss sei der Appell gestellt (der ungehört im Netz verhallen wird, auf dass es auch 2013 the same procedure as every year sein wird):
Dresdner aller Couleur und aller Ebenen, macht ein Ende mit der absurden Gedenkerei. Die Toten werden es Euch danken.
Und die Polizisten auch.
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2 Kommentare to “Bombiges Gedenken”
Kommentare
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Unser Gesprächskreis hat einige informative Links zum Thema hier eingestellt http://rundertischdgf.wordpress.com/
Das widerlichste jedoch ist der Twitterbeitrag eines Grünen, der 25 000 verbrannte Menschen schuldige Täter nannte.
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..” Statt Beschönigung der Schäden versuchte er es in letzter Stunde mit Anklage, wo doch die Deutschen nach sechs Jahren von ihnen geführtem Vernichtungskrieg kein Mitleid, geschweige denn Erbarmen mehr erwarten konnten.
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Herr Papst, das ist doch nur der polit-korrekte Teil der Wahrheit:
Es gelang dem dem GröFaZ und seinen Paladinen mühelos immer wieder, die an und für sich kriegsmüden Deutschen ‚bei der Stange zu halten‘ zumal, nachdem die Forderung nach einer bedingungslosen Kapitulation (unconditional surrender) Deutschlands von den Westalliierten auf der Konferenz von Casablanca (Churchill & Roosevelt), zu Beginn des Jahres 1943, erhoben worden war und zum erklärten Kriegsziel wurde.
Eine absolute Steilvorlage für den ‚Klumpfuß‘!
Wer immer den Terrorangriff auf Dresden zu verantworten hatte (ob das allein Bomber Harris oder aber sein oberster Kriegsherr, Churchill, war, bleibt mal dahingestellt), steht in einer Reihe mit den Nazi-Kriegsverbrechern.
Recht und Moral sind halt eben unteilbar!
Und es ist ein echter Skandal, dass die Politik und die auf polit-korrekte Linie gebrachte Presse es den ‘Kameraden vom rechten Rand’ überlässt, auf dieses eindeutige Kriegsverbrechen der Alliierten hinzuweisen.
Hier ein kritischer und erhellender Bericht vom US-Amerikaner Kevin Alfred Storm:
Heute vor 66 Jahren – ein echter Holocaust:
http://schwertasblog.wordpress.com/2011/02/14/heute-vor-66-jahren-dresden-ein-echter-holocaust/
Und hier ein Bericht vom gleichen Autor zum Kriegseintritt (WK II) der Roosevelt-Administration:
http://schwertasblog.wordpress.com/2011/01/24/ostwind-regen-verrat-in-pearl-harbor/
Der US-Amerikaner, Kurt Vonnegut, US-Kriegsgefangener, war Augenzeuge in Dresden, als die einzigartige Kunst und Kulturstadt Dresden (ein sinnloses und vollkommen unwichtiges Kriegsziel), zudem noch voll von Flüchtlingen, in einer einzigen Feuer- und Rauchsäule vom Erdboden getilgt wurde. Im bislang schlimmste Einzel-Massaker aller Zeiten.
Dieses furchtbare Ereignis, was ihn zeitlebens nicht mehr los lies inspirierte ihn 1969 zu der bekannten Anti-Kriegs Novelle „Slaughterhouse Five“ (Schlachthaus Nr. 5).
…In February 1945, Vonnegut was witness to another pretty good imitation of Mt Vesuvius; the firebombing by Allied forces of Dresden, the town in eastern Germany, during the last months of the Second World War. More than 600,000 incen-diary bombs later, the city looked more like the surface of the moon.
“You guys burnt the place down, turned it into a single column of flame. More people died there in the firestorm, in that one big flame, than died in Hiroshima and Nagasaki combined.” –Kurt Vonnegut, Jr
..On the evening of February 13, 1945, an orgy of genocide and barbarism began against a defenseless German city, one of the greatest cultural centers of northern Europe. Within less than 14 hours not only was it reduced to flaming ruins, but an estimated one-third of its inhabitants, possibly as many as a half a million, had perished in what was the worst single event massacre of all time!
http://www.rense.com/general19/flame.htm
Ein Rückblick:
Der standesgemäß mit dem Karlspreis geehrte ‚große Europäer‘ Churchill hatte sich bereits schon 10-15 Jahre vor dem II. Weltkrieg mit den Theorien des Massenmords befasst, die er dann ja auch praktizierte. In seinen Memoiren, Band 1, S. 59/62, weist er darauf hin, dass eigentlich schon 1919 Tausende von Flugzeugen Deutschlands Städte hätten zertrümmern und die Bevölkerung ‚mit unglaublich bösartigen Giftgasen‘ hätten ersticken sollen.
„Der Kampf von 1919 wurde nie ausgefochten, aber seine Ideen schreiten weiter voran“, schreibt Churchill und bezeichnet den damaligen Frieden als ‚Erschöpfungsphase‘.
Konsequenterweise war es denn auch Churchill, der den Luftkrieg vom Zaun gebrochen hat und schließlich für das Dresden-Massaker verantwortlich zeichnete, bei dem 60.000 Menschen erschlagen und vermutlich 250.000 bis zu einer halben Million Menschen lebend verbrannt wurden.
Der amerikanische Präsident Franklin Delano Roosevelt (FDR) hat 1938 in Paris zwei bemerkenswerte Dinge getan: FDR hat im Namen der USA und verbindlich vor dem Völkerrecht erklärt, dass die USA niemals Zivilisten bombardieren werden und sich jegliche weitere Zuwanderung von europäischen Juden in die USA verbeten. Während FDR den zweiten Teil nahezu konsequent eingehalten hat, gibt es keinen Präsidenten der USA nach und inklusive FDR, der nicht den Befehl zur Bombardierung von Zivilisten unterschrieben hätte.
Am 13. Februar 1945 haben britische und amerikanische Bomber Dresden in Schutt und Asche gelegt. Meine Mutter, Schwester und Großmutter sind in dieser Nacht dem Tod knapp entgangen und konnten nur ihr nacktes Leben aus dem Feuersturm retten. Aber es sollte damit nicht zu Ende sein.
Am Morgen des 14. Februar zogen lange Kolonnen von Flüchtlingen über die Höhen außerhalb Dresdens auf der Suche nach einer Möglichkeit, dem Hungertod und dem Tod durch Erfrieren zu entkommen. Es waren vor allem Frauen und Kinder. Wie mir meine Großmutter berichtete, fanden auf diesem Weg hunderte Flüchtlinge den Tod durch englische Tiefflieger.
Immer wieder haben die englischen Tiefflieger bei Tageslicht die Flüchtlingskolonnen gezielt angegriffen und die sowieso schon schwer traumatisierten und verletzten Zivilisten zu Sprüngen in den Straßengraben gezwungen – meine Mutter mit meiner knapp zweijährigen Schwester auf dem Arm.
http://www.gt-worldwide.com/dresden_13februar_harris_bomber.html
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