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Konservative Kommentare: Nix gegen Bio – alles für ausreichende Ernährung

Von Gastredner | 21.Dezember 2012

Von Peter Helmes

Wer heute „bio“ ist, sitzt erhöht – erhaben über die Masse der Menschen. Bio-Bauern sind die neuen Heiligen – oder gar die Götter (?) – der Zeitgeistigen; denn sie machen alles richtig. Sie setzen die Norm der neuen Ethik. „Wer unter Euch nicht ist wie wir, versündigt sich an Mutter Natur“ – auch so´n Glaubensbekenntnis.

 

Es lohnt sich auch hier, ohne ideologische Scheuklappen hinzuschauen: Selbst wenn – oder gerade wenn – Bio-Anbau konsequent betrieben würde, würde höchstens der halbe Ertrag gegenüber der herkömmlichen Produktion erzielt werden können. Experten schätzen – bisher nicht widersprochen – daß mit konsequentem Bioanbau maximal 2,5 bis 3 Milliarden Menschen ernährt werden könnten. Die restlichen (derzeit) 4-5 Milliarden Menschen müßten wohl (ver-)verhungern, da es für sie keine  ausreichende Ernährung gäbe. Kunstdünger, Gen-Technik, Pestizide – alles wurde oder wird niedergemacht im Namen des Öko-Anbaus, weil alles nur dazu diene, die chemische Industrie zu mästen und nicht die heimischen Schweine.

 

Interessieren da Fakten? Der Aufwand an Mineraldünger ist in den letzten rund 30 Jahren ganz erheblich gedrosselt worden: 80 % weniger Phosphat, 70 % weniger Kalium, 30 % weniger Stickstoff. Dies schaffte eine konsequente deutsche Agrar-Forschung – gegen die Propheten des „Weltunterganges ohne bio“. Nix für ungut! Bio ist gut, selbstverständlich. Aber „bio“ allein löst nicht die Welthunger-Probleme. Ein wenig weniger Glaubens- und Sendungsbewußtsein täte allen besser.

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Topics: Allgemein | 11 Kommentare »








11 Kommentare to “Konservative Kommentare: Nix gegen Bio – alles für ausreichende Ernährung”

  1. francomacorisano meint:
    21.Dezember 2012 at 04:34

    …und komisch, dass trotz der “bösen” Chemie- und Pharmaindustrie die Leute heute länger leben, als jemals zuvor in der Menschheitsgeschichte…..

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  2. Karl Schippendraht meint:
    21.Dezember 2012 at 13:18

    Da wird immer so getan als ob ” Bio ” was Neues oder was Besonderes wäre. Bio ist einfach nur Rückbesinnung auf Feld-und Gartenanbau aus früheren Zeiten. Das könnte eigentlich jeder. 1945 hatten wir in jedem Blumenkasten Bio.

    Karl Schippendraht

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  3. Regina meint:
    21.Dezember 2012 at 15:05

    Auszug aus dem Weltagrarbericht
    Hunger im Überfluss
    Ein Mensch braucht am Tag mindestens 1.700 – 2.000 Kalorien, um gesund zu bleiben und ein aktives Leben führen zu können. Einem Sechstel der Menschheit steht dieses Minimum an Kalorien nicht zur Verfügung. Heute hungern mehr Menschen als je zuvor auf der Erde. 70% von ihnen leben auf dem Land.
    Weltweit ernten Landwirte ein Drittel mehr (in Kalorien) als nötig wäre, um alle Menschen ausreichend zu versorgen.
    Doch immer größere Mengen des weltweit produzierten Getreides werden als Tierfutter, als Treibstoff oder für andere industrielle Zwecke genutzt – und nicht zur Ernährung. Hunger hat viele Gesichter und Ursachen. Sicher ist jedoch: Er kann nur lokal überwunden werden.”

    http://www.weltagrarbericht.de/themen-des-weltagrarberichtes/hunger-im-ueberfluss.html

    Auch mit ökologischen Anbaumethoden kann die Welt ernährt werden. Solange es Länder wie unseres gibt, wo jedem 8000 Kalorien am Tag zur Verfügung stehen und Länder, in denen es leider nur 1000 Kalorien am Tag sind, werden dort Menschen verhungern und hier an Diabetes und Fettsucht etc. leiden. Das ist kein Problem der landwirtschaftlichen Produktion, sondern ein Problem der Verteilung, der Friedenssicherung, der Wirtschaftssysteme, also zusammengefasst: ein politisches Problem.

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    Dietrich von Bern Antwort vom Dezember 21st, 2012 17:25:

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    Dietrich von Bern Antwort vom Dezember 21st, 2012 19:18:

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  4. Dietrich von Bern meint:
    21.Dezember 2012 at 18:07

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  5. Schnecke meint:
    21.Dezember 2012 at 18:17

    Erst wenn die Menschheit aufhört, international zu denken und zu handeln, wird das Ernährungsproblem gelöst. Was geht uns Afrika an? Die schnackseln wie die Tiere und schreien dann nach Hilfe für die Ernährung. Laßt sie verhungern, dann suchen die auch nach Lösungen!

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  6. Regina meint:
    21.Dezember 2012 at 22:19

    Wenn ich das so lese, ist Dietrich von Bern also mindestens genauso überzeugt wie ich, dass die Sicherstellung der Welternährung weit weniger ein Problem der Bewirtschaftungsart, als der Politik ist (siehe Beispiele in seinen Ausführungen).

    “Das allerdings halte ich für ein Gerücht. Mit ‘biologischem Anbau’ kann man keine 7 Milliarden Menschen ernähren.

    Das ist nur was für die spinnerten Neu-Reichen, die parasitäre Rot-Grünen Klientel, die vorzugsweise auf hochdotierten -natürlich steuerfinanzierten- Jobs sitzen.”

    Dem muss man aus Erfahrung vehement widersprechen. Ich vermarkte seit vielen Jahren ökologisch erzeugte landwirtschaftliche Produkte an Endverbraucher – das sind alles ganz normale Leute, Landbevölkerung und Kleinstadtbewohner, ohne “steuerfinanzierte Jobs” (hört sich so nach Neiddebatte an). Der einzige Unterschied ist, das sie in der Regel bewußter einkaufen und sehr viel weniger dazu neigen, wie der Durchschnittsdeutsche jährlich Lebensmittel im Wert von 300.- € in den Müll zu werfen.
    Welchen Sinn macht diese Verschwendung denn in Bezug auf die Welternährung? Was nichts kostet, ist auch nix wert, alte Weisheit.
    Die Nahrungsmittel, die wir hier im Überfluss produzieren, mit Hilfe vieler, vieler Schiffsladungen Soja aus Übersee (die vertriebenen Amazonasindianer lassen grüßen!) und unzähliger Schiffsladungen mit Düngemitteln aus Afrika, helfen in Afrika und vergleichbaren Regionen keinem, machen dort die Märkte für die einheimischen Erzeuger nachhaltig kaputt und verursachen so letztlich dort lokale Wirtschaftskrisen.
    Brauchen wir in Europa 8000 Kalorien am Tag?
    Wieviel davon landet im Müll oder wird in Fitness-Studios mühsam wieder weg geschwitzt?
    Das hilft weltweit keinem Hungernden, verbraucht aber unsinnig Ressourcen.

    Was hat das alles mit der Hautfarbe zu tun?
    Diesbezüglich absolute Themaverfehlung!

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    Regimekritiker Antwort vom Dezember 22nd, 2012 01:01:

    “die parasitäre Rot-Grünen Klientel”

    Warum so negativ der neuen Öko-Religion gegenüber?

    Diese Leute sind weder sozial, noch im Recht,
    und erst recht nicht menschenfreundlich, sondern
    erkaufen sich mit Wahlstimme, Geld und Gesinnung
    einfach nur ein gutes Gewissen. Man braucht nur
    dafür zu sorgen, daß die Gesellschaft in die
    ideolisch gewünschte Richtung läuft, und schon
    kann man sich als einer von “den Guten” fühlen.

    Warum selbst was tun, wenn man andere Menschen
    dafür einspannen kann. Jeder Kuckuck kennt dieses
    Verhalten. Eine wunderbare Symbiose.

    Nur böse Menschen nennen sowas Parasitismus …

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    Dietrich von Bern Antwort vom Dezember 22nd, 2012 10:01:

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    Regina Antwort vom Dezember 22nd, 2012 23:48:

    Bezüglich Landgrabbing sind wir uns durchaus einig.Hat aber nicht uunmittelbar was mit Ökolandwirtschaft zu tun.
    “Hunger in den USA” ist mal wieder ein Verteilungsproblem: Da wär in den USA wohl mehr Essen als nötig für alle da. Habe noch nirgends so viele ernsthaft Fettleibige auf den Straßen gesehen wie dort. Berichten zu Folge ist es nur bei den Saudis noch schlimmer.
    Die “hemmungslose Promiskuität” (wenn man es so nennen will …) war in Europa noch vor zwei – drei Generationen genauso üblich. Waren die Menschen hier damals schwarz?

    Auch die christlichen Kirchen haben immer Kinderreichtum propagiert (hört hier bloß keiner mehr drauf) – und das mehrheitlich von Moslems bewohnte Land Türkei legt mittlerweile Programme auf, um den drastischen Geburtenrückgang dort zu stoppen.
    Weltweit gibt es eindeutige Zusammenhänge zwischen Wohlstand und Kinderzahl. Je besser es den Leuten geht, desto weniger Kinder gibt es – mit geringfügigen Abweichungen, die z.B. innerhalb Europas durch unterschiedliche Möglichkeiten der Kinderbetreuung verursacht werden.

    “Und Ihre provokative Frage: “Brauchen wir in Europa 8000 Kalorien am Tag?”, geht auch am Thema vorbei. ”

    Vielleicht sollte man zwischendurch an das Ausgangsthema erinnern: Kann mit ökologischem Landbau die Welt ernährt werden?
    Da ist diese Zahl schon sehr wesentlich, bedeutet dies doch, es wird derzeit von unserer LW viel mehr erzeugt, als für unsere Ernährung und Rohstoffversorgung nötig wäre.
    Was der Laie als “Kunstdünger” bezeichnet, ist meist Stickstoffdünger oder eine Kombination mit P und K und verursacht bei der Herstellung im Haber-Bosch-Verfahren (nur der N-Anteil) satte 1 % des Weltenergieverbrauchs. Nicht Strom, sondern Energie! Das kann angesichts schwindender Ressourcen kein Zukunftsmodell sein. Leguminosenanbau, wie er im Ökolandbau praktiziert wird, versorgt den Boden nebenbei und ohne zusätzlichen Energieaufwand mit N.

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